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          und Wohnbauten (+3,7 %) wurde mehr investiert, u. a.    steigende Kurse an den Aktienmärkten und damit
          wegen der allgemein verbesserten staatlichen Finanz-  einhergehend steigende Renditen an den Anleihemärk-
          lage und der anhaltend hohen Wohnungsnach frage    ten. Die konjunkturelle Entwicklung im Euroraum,
          in den Ballungszentren.                       insbesondere die Fortschritte am Arbeitsmarkt und
                                                        die moderat steigenden Löhne, waren gute Vorausset-
          Dämpfender Außenhandel                        zungen für einen anhaltenden Aufschwung. Ergänzend
          Der grenzüberschreitende Handel der deutschen Wirt-  stützte die sinkende Steuerbelastung im Zuge der um-
          schaft verlor an Fahrt. Die Exporte stiegen 2018 weniger   fangreichen US-Steuerreform speziell die US-Aktien-
          kräftig als im Vorjahr (+2,4 % gegenüber +4,6 %). Wegen   märkte. Der Dow-Jones markierte noch im Oktober ein
          des schwächeren Exportgeschäfts blieb auch das Im-  Allzeithoch bei fast 27.000 Punkten. Geopolitische
          portwachstum hinter dem Vorjahr zurück (+3,4 % gegen-  Risiken kompensierten jedoch das positive Momentum.
          über +4,8 %).                                 Ein wesentlicher Herd für Unsicherheit war die US-
                                                        Handelspolitik.
          Neuer staatlicher Rekordüberschuss
          Die öffentliche Hand schloss 2018 mit einem Rekord-  Insbesondere in der zweiten Jahreshälfte spitzte
          Finanzierungsüberschuss von 59,2 Mrd. Euro ab, was   sich der Handelskonflikt mit China zu, nachdem bereits
          1,7 % des Bruttoinlandsprodukts entsprach. Wie in   im Frühjahr Strafzölle auf Aluminium und Stahl einge-
          den Vorjahren legten die staatlichen Einnahmen kräftig   führt worden waren. Dies, aber auch eine hohe Ver-
          zu, befördert durch die höhere Beschäftigung und die   schuldung bei den Unternehmen in China, belastete das
          steigenden Einkommen. Demgegenüber verlief das   Wachstum in der Volksrepublik. Hinzu kamen weitere
          Ausgabenwachstum moderat, wofür ein Sondereffekt   Schwellenländer mit reduziertem Wirtschaftswachstum,
          verantwortlich war: Wegen der späten Regierungsbil-  was entsprechende Auswirkungen auf den globalen
          dung gab es im Bund in der ersten Jahreshälfte nur eine   Handel hatte. Neben dem sich abkühlenden Welthandel
          vorläufige Haushaltsführung, die lediglich Ausgaben   zogen weitere politische Risiken die Kapitalmärkte
          zur Aufrechterhaltung der Verwaltung und zur Erfüllung   in ihren Bann. Die letzten Hoffnungen auf einen ge-
          rechtlicher Verpflichtungen zuließ.            regelten Brexit wurden von den Marktteilnehmern zum
                                                        Jahresende weitestgehend begraben. Auch die innen-
          Günstige Arbeitsmarktentwicklung              politischen Streitigkeiten in den USA belasteten die
          Der Arbeitsmarkt präsentierte sich in einer anhaltend   Märkte, ebenso die Ankündigung der US-Regierung,
          guten Grundverfassung. Die Erwerbstätigenzahl legte   sich aus Syrien zurückzuziehen.
          erneut spürbar zu. Sie stieg im Inland gegenüber dem
          Vorjahr um 562.000 auf etwa 44,8 Millionen Menschen.   EZB fährt ultralockere Geldpolitik zurück
          Der Beschäftigungsaufbau wurde in erster Linie durch   Die Europäische Zentralbank (EZB) hat zum Jahresende
          eine merkliche Zunahme der sozialversicherungspflich-  2018 das Ankaufprogramm für Anleihen beendet – die
          tigen Beschäftigung getragen. Die Zahl der Selbstän-  ultralockere Geldpolitik somit gedrosselt. Die Leitzinsen
          digen und der geringfügig Beschäftigten war rückläufig.   beließen die europäischen Notenbanker jedoch un-
          Die Arbeitslosenquote ging im Vergleich zu 2017 um    verändert auf historisch niedrigen Niveaus. So blieb der
          0,5 Prozentpunkte auf 5,2 % zurück.           EZB-Hauptrefinanzierungssatz für die Finanzinstitute
                                                        des Euroraumes bei 0,0 % und der Einlagensatz mit
          Etwas stärkerer Preisanstieg                  –0,4 % im negativen Bereich.
          Die Inflationsrate, die in den Monaten Januar bis April
          noch um rund 1,5 % gestiegen war, lag in den Monaten   US-Geldpolitik weiter gestrafft
          Mai bis November kontinuierlich bei mindestens 2 %,   Die US-amerikanische Zentralbank Fed hat den Leitzins
          bevor sie im Dezember wieder etwas nachgab. Treiben-  weiter erhöht. Mit vier Zinsschritten hoben die Noten-
          der Faktor der Gesamtentwicklung waren die Ener-  banker den Leitzins von dem Zielkorridor 1,25 - 1,5 %
          gie- und Nahrungsmittelpreise, die angesichts höherer   auf 2,25 - 2,5 % an. Der für die geldpolitischen Ent-
          Rohölpreise und schwacher Ernten überdurchschnittlich   scheidungen zuständige Offenmarktausschuss der Fed
          stiegen. Auf Jahressicht stiegen die Verbraucherpreise   begründete die Schritte zur weiteren Normalisierung
          insgesamt um 1,9 % und damit geringfügig stärker als   der US-Geldpolitik mit der guten konjunkturellen Lage
          2017 (1,8 %).                                 in den Vereinigten Staaten.

                                                        Bundesanleiherenditen zum Jahresende deutlich
          2. Finanzmärkte                               gefallen
                                                        Bundesanleihen werden weiterhin als sicherer Hafen
          Katerstimmung an den Finanzmärkten            geschätzt und im Zuge der Zuspitzung des Handels-
          Nach einem aussichtsreichen Start in das Jahr 2018   konfliktes und der zunehmenden Unsicherheit über den
          mehrten sich im Jahresverlauf die Risiken für die Kapi-  Ablauf des Brexits vermehrt gesucht. Gleichzeitig führte
          talmärkte. Zunächst bot das robuste Wirtschaftswachs-  die im Jahresverlauf nachlassende Konjunktur zur
          tum, insbesondere in den USA, Rückendeckung für   Unsicherheit, ob die EZB in 2019 tatsächlich – wie von
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